Erfahrungen mit Fieberkrämpfen
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Erfahrungen mit Fieberkrämpfen

Fieberkrämpfe (Erfahrungsbericht von Maria Rutzenpichler)

Meine lieben Gruppenkollegen.

Ich hab mich hier endlich hingesetzt und schreib euch mein Wissen zu Fieberkrämpfen auf. Ich habe keine Quellen, auf die ich verweisen kann. Ich kann niemanden zitieren.

Ich werde euch hier nur aufschreiben, was ich in dreijähriger Recherche zu diesem Thema aufgesogen habe und verinnerlicht. Ich bin selbst betroffen, ich habe ein Fieberkrampfkind. Deswegen sind meine Worte aus tiefstem Herzen ehrlich und ich schreibe mit bestem Wissen und Gewissen.

Mit diesem Dokument werdet ihr keine Diskussion mit einem Arzt gewinnen, aber vielleicht nimmt es euch die Angst vor Fieberkrämpfen und gibt euch ein bisschen Vertrauen zurück, an die Selbstheilungskräfte und den Sinn dieser Vorgänge zu glauben.

Es wird eine Mischung aus Erfahrungsbericht und Information werden. Mein Sohn hatte im Alter von 10 Monaten den ersten Fieberkrampf. Ich war in der Arbeit, er war bei Papa daheim. Damals dachte ich noch, dass etwas Geld nebenbei verdienen wichtig ist im Leben, damit ich mir Luxus leisten kann.

An diesem 8. März hat sich meine Einstellung zum Thema Luxus grundlegend geändert, aber ich schweife vom Thema ab. Mein Sohn hatte diesen Krampf ohne Vorwarnung. Er hatte kein erkennbares Fieber. Er war warm, aber nicht heiß. Deswegen hat mein Mann auch nicht Fieber gemessen. (damals hatten wir noch ein Thermometer).

Der Krampf äußerte sich so:

Er verdrehte die Augen und begann zu zucken. Wie ein Schüttelfrost, nur wilder. Er sabberte und röchelte, als würde er keine Luft bekommen. Als der Notarzt eintraf, war der Krampf bereits vorbei. Ich war mittlerweile auch daheim angekommen. Die Notärztin meinte sofort, dass wir uns keine Sorgen machen bräuchten, es war NUR ein Fieberkrampf. Eine vollkommen normale Reaktion auf Impfungen.

"Unser Sohn wurde nicht geimpft"

Im Krankenhaus die selbe Information. Kein Grund zur Sorge, normale Reaktion auf Impfungen. "Wir haben ein ungeimpftes Kind". Er wurde durchgecheckt, es wurde nichts gefunden. Kein erhöhter Wert. Nichts. Er war kerngesund. Es gab keinen medizinischen Auslöser für das Fieber. Das mittlerweile auf knapp 40 Grad anstieg.

Der Arzt erklärte mir, dass 90% der Krämpfe einmalig sind. Es folgt kein zweiter. In den wenigsten Fällen entwickelt sich aus den Fieberkrämpfen später eine Epilepsie.

Fieberkrämpfe sehen zwar schrecklich aus, für die Kinder besteht aber keine Gefahr, auch für das Gehirn nicht. Obwohl es den Anschein hat, die Kinder würden nicht atmen, tun sie das ganz normal weiter.

Fieberkrämpfe werden erst ab 15 Minuten gefährlich. Die meisten Krämpfe dauern durchschnittlich 1 Minute. Man darf den Kindern während des Krampfes keine Medikamente verabreichen, oder zu trinken geben.

Wichtig ist, dass die Zunge im Mund liegt, dass sie sie nicht verschlucken können oder dass sie nicht unter die Zähne gelangt und sie die Zunge abbeißen. Es gibt NACH dem Krampf die Möglichkeit ein krampflösendes Mittel zu verabreichen. Das darf man aber unter keinen Umständen WÄHREND dem Krampf geben.

Das waren seine Worte. Ich habe ihn gefragt, warum man es dann überhaupt gibt, wenn der Krampf erstens nicht bedrohlich ist und zweitens dann ohnehin schon vorüber.

Ich darf ihn nun zitieren „Die meisten Eltern fühlen sich wohler, wenn sie den Kindern etwas verabreichen können.“

Ich denke dazu heute das Selbe wie vor dreieinhalb Jahren. Sollen sich die Eltern doch das krampflösende Mittel selbst in den Popo zischen zur Beruhigung.

Diazepam heißt der Wirkstoff.

http://de.wikipedia.org/wiki/Diazepam

Der Arzt hat mir erklärt, dass es bis zu vier Tage nach Verabreichung des Medikaments dauern kann, bis das Kind sich wieder normal bewegen kann. Im Beipackzettel hab ich dann daheim gefunden, dass es erst für Kinder ab 2 Jahren zugelassen ist. Viele Ärzte empfehlen dieses Medikament aber erst zu Schulbeginn.

Am nächsten Morgen entließ ich uns aus dem Krankenhaus, daheim konnte ich meinem Sohn die nötige Ruhe geben. Am nächsten Abend folgte der zweite Fieberkrampf und der erste, an dem ich dabei war.

Es war das Schlimmste, das ich je in meinem Leben erlebt habe und ich habe so tiefes Mitgefühl mit allen Eltern, die das auch erleben mussten. Ich hatte allerdings den Vorteil, dass ich bereits wusste, dass es nichts ernstes ist. Mein Mann dachte am Vortag, ihm würde das Wichtigste im Leben unter den Händen wegsterben.

Unser Routineablauf bei Eintreten eines Krampfes:

Wir legen das krampfende Kind in Seitenlage, kontrollieren die Zunge, reden gut zu. Ich habe mir angewöhnt immer die Uhrzeit laut vorzusagen. Immer wiederholen. Damit kann ich mich kontrollieren, meine Nerven bewahren und ich weiß genau, wie lange der Krampf dauert.

Denn 1 Minute kommt einem vor wie eine Ewigkeit.

Ich rate auch jedem, das Kind nicht anzusehen. Es sieht nicht schön aus und ich habe das Bild nie aus meinem Kopf bekommen. Ich war wenige Tage später bei meinem Hausarzt, der mir gratuliert hat, dass mein Sohn noch so „naturell“ ist und sein Körper diese tolle Fähigkeit noch besitzt. Er ist ein normaler Schulmediziner, Impfbefürworter, Antibiotikaliebhaber, kein esoterischer Alternativdoktor.

Vor 50 Jahren hatte noch jeder zweite Mensch die Gabe Fieberkrämpfe zu entwickeln.

Mit einem Fieberkrampf schützt der Körper das Gehirn vor zu schneller Überhitzung. Wenn die Temperatur innerhalb zu kurzer Zeit zu hoch steigt, gibt es einen ALARM, der Körper krampft sich die Temperatur nach unten.

Fiebersenken auf natürliche Weise.

Die meisten Krämpfe passieren bei knapp 39 Grad.

Ich erkläre das nochmal hier ausführlich. Es geht nicht darum, dass das Kind 39 Grad Fieber hat, sondern darum, dass es von 37 auf 39 zu rasch ansteigt.

Der Körper fürchtet, dass es in dem selben Tempo weitergehen könne, also schaltet er gleich sicherheitshalber das Notprogramm ein.

Gibt man fiebersenkende Mittel, passiert die „Trotzreaktion“. Der Körper braucht Fieber und wir nehmen es ihm gewaltvoll. Er holt es sich aus Trotz genauso gewaltvoll wieder zurück. Und in dieser Reaktion liegt die große Gefahr.

Deswegen hat mir mein Hausarzt von Fiebersenkern dringend abgeraten.

Man kann einem Krampf nur vorbeugen, in dem man das Fieber so langsam wie möglich steigen lässt. Das klappt am besten mit völliger Stressfreiheit. Ruhe.

Kein ständiges Mittelchen geben, kein ständiges Fiebermessen. Keine überaus besorgten Eltern, die den Kindern die Angst übertragen.

Die Kinder brauchen Sicherheit und Ruhe. Eine Konstante. Sie müssen spüren, dass alles okay ist, dass Mama und Papa da sind, dass sie keine Angst haben brauchen.

Ich habe weitergesucht, weil es mir keine Ruhe gelassen hat. Ich wollte wissen, was der Grund für die zwei Krämpfe war. Ich habe gelesen, dass ein Mangel an Kupfer in der Leber Fieberkrämpfe auslöst.

Wenn die Leber eine Entgiftung startet, braucht sie dafür Kupfer. Ist zu wenig Kupfer in der Leber gespeichert, kann es zu Krämpfen kommen.

Große Entgiftungsreaktionen der Leber passieren nach Impfungen, Medikamentengaben oder nach großen Ernährungsumstellungen. (Da fiel mir wieder ein, dass Fieberkrämpfe eine häufige Impfreaktion sind und ich verstand nun auch den Zusammenhang).

Eine mögliche Ursache für zu wenig Kupfer in der Leber ist eine vermehrte Eisenaufnahme gegen Ende der Schwangerschaft.

Eisen und Kupfer sind Gegenspieler. Wenn die Mutter zum Ende der Schwangerschaft und zur Geburt Eisenpräparate einnimmt, ist der Kupferspiegel im Blut der Mutter gering. Eisen hoch = Kupfer niedrig.

Das Baby kann nicht ausreichend Kupfer in der Leber speichern. Das wäre z.B. bei uns der Fall gewesen.

Kupfergaben wären ein Ansatz zur Behandlung von Fieberkrämpfen. Ich würde das aber nicht ohne einen erfahrenen Alternativmediziner machen.

Krampfanfällige Kinder erkennt man relativ früh, weil sie auch bei kleineren Anlässen verkrampfen. Unser Sohn wurde regelmäßig ohnmächtig, weil er beim Weinen vergessen hat Luft zu holen.

Ein Jahr später hatte unser Sohn noch einmal zwei Fieberkrämpfe, dieses Mal waren wir aber emotional vorbereitet.

Wir waren auch zum Stressabbau versucht, die seelische Ursache für das Verkrampfen versucht herauszufinden.

Dazu stehen auch interessante Ansätze in Buch von Rüdiger Dahlke.

http://www.amazon.de/Krankheit-Sprache-Kinders…/…/3570100030

Was auch zu erwähnen ist und uns damals unser Hausarzt gesagt hat: Mütter beschreiben oft einen enormen Entwicklungssprung nach einem Fieberkrampf. So, als würde dieser Krampf etwas wachrütteln. Unser Sohn konnte nach seinem ersten Krampf krabbeln.

Nach dem dritten und vierten Krampf konnte er Laute sagen, die ihm zuvor Probleme bereitet haben.

Er hatte abends um 19 Uhr einen Fieberkrampf und um Mitternacht wachte er auf und hat geredet wie ein Wasserfall. Hätte ich es nicht selbst erlebt, hätte ich das nicht geglaubt. Er war, als hätte man ihn zwei Wochen in ein Trainingscamp gesteckt.

Erst seit dem emotionalen Stressabbau hatten wir keinen Krampf mehr. Auch, weil ich die Angst verloren habe und es mir egal ist, ob noch ein Krampf kommt oder nicht.

Fieber ist keine Krankheit,

Fieber ist eine Reaktion. Eine ganz tolle.

Ich besitze keine fiebersenkenden Medikamente. Auch für Notfälle nicht. Ich habe auch kein Thermometer. Es ist mir egal, was das Thermometer anzeigt. Ich behandle Fieber nicht.

Ich reagiere auf den Zustand meines Kindes, unabhängig von der Temperatur. Und wenn ich der Meinung bin, eines meiner Kinder braucht Unterstützung, die über das Kuscheln und ruhen hinaus geht, dann entscheide ich Situationsabhängig, nicht Temperaturabhängig.

Beide Kinder waren bei 38,5 Grad viel kränker und fertiger, als bei über 40.

Warum macht man die Gabe eines Fieberzäpfchens von der Temperatur abhängig?

Wenn es ihnen schlecht geht, sie aber nur 38 haben, verabreiche ich nichts. Wenn sie fit sind, der Thermometer aber 40 anzeigt, werden sie ruhig gestellt.

Das widerstrebt meinem Bauchgefühl, bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt und das wichtigste ist sein Befinden.

 

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