Mein Körper
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Mein Körper - mein Freund!

Es ist erstaunlich wie sorglos viele Menschen mit ihrem Körper umgehen. Manche behandeln ihn sogar schlechter als sie ihr Auto jemals behandeln würden. Denn während sie ihrem Auto noch hin und wieder kleine „Aussetzer“ zugestehen, erwarten sie von ihrem Körper, dass er stets einwandfrei funktioniert. Auch dann, wenn der eigene Lebenswandel dieser Erwartung krass entgegensteht.

Mit unserem Körper verhält es sich aber wie mit einem guten Freund. Wenn Sie langfristig gut mit ihm auskommen wollen, sollten Sie ein paar „freundschaftliche Grundsätze“ beachten. Sie sollten ihn unter anderem pfleglich behandeln und ihm zuhören, wenn er Ihnen etwas mitteilt.

Das A und O für gute Gesundheit ist natürlich auch ausreichend Bewegung. Gerade jetzt im Sommer ist die beste Zeit, um sich endlich aufzuraffen und aktiv zu werden. Denn wenn es bei schönem Wetter nicht gelingt, wie soll das erst bei Schmuddelwetter werden? In diesem Artikel verrate ich Ihnen 10 Tipps, mit denen Sie den inneren Schweinehund endgültig überwinden.

Ich wünsche Ihnen eine gesunde und bewegungsreiche Woche!

Hören Sie auf Ihren Körper – einen besseren Arzt als ihn finden Sie nicht

Warum habe ich eine so schlechte Kondition? Warum immer wieder diese Krankheiten? Der gleiche Schmerz im Rücken, im Kopf, in der Lunge? Viele Menschen empfinden ihren Körper als ein widerspenstiges Tier, das erzogen werden muss. Sie gewöhnen ihr Körpertier an chronische Schmerzen, gönnen ihm wenig Schlaf und Bewegung oder treiben es mit Training oder Diäten an seine Grenzen. Sträubt sich das Tier, versuchen sie, es mit medizinischen Brachialmethoden zu reparieren. Dabei staunen sie, wie viel sich dieses Tier gefallen lässt und unter welch extremen Bedingungen es noch funktioniert – Bedingungen, die bei Tieren meist längst unter den Begriff Tierquälerei fielen.

Kooperation statt Gewalt

Monty Roberts verbrachte seine Kindheit damit, Cowboys bei der Arbeit zuzuschauen. Er sah, wie die Männer mit Bestrafung, Gewalt und Unterwerfung wilde Mustangs zähmten. Aber Roberts bemerkte, wie die Pferde untereinander in einer feinen Gebärdensprache miteinander kommunizierten. Wenn die Menschen diese Sprache erlernen könnten, dachte er sich, müssten die Tiere doch viel leichter mit den Menschen kooperieren. Daraus entwickelte er eine sehr effiziente Methode, mit der sich auch bockigste Pferde in 30 Minuten auf sanfte Weise führen und reiten ließen. Seine Methode wurde unter dem Namen „Pferdeflüstern“ berühmt und verfilmt. Roberts’ Grundidee lässt sich auf uns übertragen: Geben Sie Ihrem Körper nicht fortwährend Befehle, sondern hören Sie. Erlernen Sie die Sprache Ihres Körpers.

Durchschauen Sie Ihr Körperbild

Denken Sie an Ihren Körper: Welches Bild fällt Ihnen dazu ein? Schließen Sie die Augen, bevor Sie weiterlesen, und merken Sie sich den ersten Gedanken, der Ihnen dazu in den Sinn kommt.
Was ist Ihr Bild? Ist Ihr Körper ein alterndes Haus? Ein wildes Tier? Ein Gefängnis? Eine schützende Schale? Oder sträuben Sie sich gegen ein solches Bild, weil Sie sich vollkommen identisch fühlen mit Ihrem Körper? Es gibt keine richtige Antwort. Aber Ihre Antwort hat Folgen. Was Sie gerade vollzogen haben, geschieht jeden Tag mehrere Hundert Mal: Ihr Geist nimmt Kontakt auf mit Ihrem Körper. Möglicherweise hat die Art dieses Kontakts größeren Einfluss auf Ihre Gesundheit als Ernährung, Umwelteinflüsse oder Erbanlagen.

Zeichnen Sie Ihren Körperdialog auf

Beobachten Sie 1 Tag lang den Gedankenstrom, den Sie an Ihren Körper senden: Warum bin ich so dick? – Ich brauche ein Aspirin! – Ich hasse meine Nase. Binden Sie sich notfalls ein Schmuckstück oder eine Armbanduhr um Ihren Gürtel, um sich während des Tages daran zu erinnern. Sie werden erstaunt sein, mit wie vielen destruktiven Botschaften Sie während eines einzigen Tages Ihr lebenswichtiges Lebewesen überschütten.

Schalten Sie um auf Hören und Danken

Machen Sie es wie der Pferdeflüsterer: Hören Sie aufmerksam, was Ihr Körper Ihnen sagen möchte, und versorgen Sie ihn mit aufmunterndem Lob. Sagen Sie, was Sie Ihrem Körper verdanken, und wenn es Ihnen noch so lahm vorkommen mag. Ihre Arme, deren schlaffe Haut Sie vielleicht hassen, können wunderbar Ihr Auto lenken. Die Nase, deren Form Sie sich anders wünschen, vermittelt Ihnen beim Essen großartigsten Genuss. Rühmen Sie Ihren Körper, wie Sie ein Pferd beim Training motivieren würden: Jawohl, Arm! Sehr gut, weiter so!

Schmerzen lassen nach

Probieren Sie es, auch wenn es Ihnen absurd vorkommen mag: Der Effekt ist dramatisch. Wenn ein Körperteil ganz besonders wehtut – behandeln Sie es wie einen Menschen, den Sie ganz besonders lieben. Das ist am Anfang schwer. Sie hassen Ihren Rücken, weil er Sie mit diesen Schmerzen quält. In Schmerzseminaren kommt es vor, dass Patienten dabei weinen, weil Sie zum 1. Mal in ihrem Leben Liebe empfinden für dieses Organ.

Süchte hören auf

Der gleiche Effekt kann Ihnen helfen, das Rauchen, Trinken oder ungesundes Essen aufzugeben. Liebkosen Sie Ihre vom Tabakqualm gequälte Lunge, Ihren vom Alkohol vergifteten Blutkreislauf oder den Fettring um Ihren Bauch, auch wenn sich alles in Ihnen dagegen sperrt.

Hüten Sie Ihren Körperschatz

Das Haupthindernis für die volle Harmonie zwischen Pferd und Reiter ist Angst. Pferde sind furchtsame Tiere. Die wichtigste Aufgabe des Pferdeflüsterers ist es, dem Pferd das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Auch unser menschlicher Körper ist von Natur aus eher furchtsam. Das gehört zu seiner in Hundertausenden von Jahren gewachsenen Klugheit. Der Mensch ist wie das Pferd ein Fluchttier. Die wenigsten Gefahren in der wilden Urzeit konnte er durch Angriff meistern, und so durchzieht unseren Körper auch mitten in der behüteten Zivilisation eine elementare Angst: vor körperlichen Schmerzen, vor Ablehnung durch andere, vor intellektuellem Versagen.
Zugleich erleben wir Momente völliger Geborgenheit und Angstfreiheit. Unser Körper speichert sie und erinnert sich daran bei drohender Gefahr. Diesen Vorgang können Sie durch Nachdenken ganz wesentlich unterstützen. Schreiben Sie eine Liste mit Momenten der Wonne und Seligkeit. Damit machen Sie sich Ihre unbewusste Schatztruhe bewusst und trainieren für Notfälle: Es gibt Berichte von Schlaganfallpatienten, die durch Aktivierung ihres positiven Körpergedächtnisses Lähmungen besiegen konnten.

Fordern Sie Ihren Körper

Sind Sie in gutem Kontakt mit Ihrem Tier, will Ihr Körper nicht einfach in Ruhe gelassen werden, sondern er brennt wie ein Rennpferd darauf, etwas für Sie zu tun. Fordern und fördern Sie Ihren Körper auf den Gebieten, auf denen er besonders gut ist. Es muss nicht jeder ein Jogger werden. Auch mit Klavierspielen, Gartenarbeit, Möbel bauen oder chinesischem Schattenboxen verlangen Sie Ihrem Körper in guter Weise etwas ab. In dem breiten Bereich zwischen „zu wenig“ und „zu viel“ vereinen sich Körper und Geist am besten – so intensiv, dass Sie vergessen werden, zu altern.
Diese Gedanken wurden inspiriert durch einen Artikel von Martha Beck im amerikanischen The Oprah Magazine.

Motivieren Sie sich fit!

Sie haben beschlossen, gesünder zu leben, aber es klappt nicht? Hier sind 10 schlaue Tricks gegen faule Ausreden:

Sie haben beschlossen abzunehmen, regelmäßig Sport zu treiben, sich fit zu halten. Aber dann kam er wieder, der Alltag - und mit ihm die Ausreden. Hier die beliebtesten davon und die Gegenmittel dazu.

„Ich hab keine Zeit."

Unterm Strich immer eine falsche Rechnung. Schon 10 Minuten Walking machen Sie so viel glücklicher und frischer, dass Sie während des restlichen Tages mindestens 1 Stunde einsparen - weil Sie weniger durchhängen und motivierter arbeiten.

„Gesund komme ich mir trotz Training nicht vor."

Haben Sie sich vielleicht überfordert? Häufigster Fehler bei guten Vorsätzen in Sachen Gesundheit: am Anfang zu viel, am Ende zu wenig. Wenn Ihnen nach dem Joggen alle Knochen wehtun, haben Sie's übertrieben. Wie auch sonst in der Medizin kommt es auf die Dosierung an. Mäßig, aber regelmäßig ist am besten.

„Mein Beruf lässt dafür keinen Raum."


Ihr Chef und Ihre Kunden werden begeistert sein, wenn Sie weniger krank sind, leistungsfähiger und besser gelaunt an die Arbeit gehen.

„Meine Frau ist sauer, wenn ich abends noch ins Fitness-Studio gehe."


Vielleicht, weil sie insgeheim auch so fit werden will wie Sie? Hat sie die gleichen Chancen dazu wie Sie? Finden Sie eine Fitness-Form, der Sie gemeinsam nachgehen können. Dann haben Sie beide etwas davon. Sie werden sehen: Harmonie und Liebesleben profitieren!

„Die Lauferei langweilt mich."

Joggen ist nicht die einzige Form, sich fit zu halten. Viel schonender für Rücken und Gelenke ist z. B. Radfahren. Oder Sie rüsten sich mit Kopfhörer und Walkman aus oder mit einem Kopfhörerradio. Langeweile ist jedenfalls schlecht. Die dürfen Sie immer bekämpfen.

„Das ist mir zu teuer."

Für Fitness brauchen Sie keinen Vertrag mit einem Studio. Ein bisschen Walken an der frischen Luft ist kostenlos, und Jogging-Spezialschuhe für 250 € benötigen Sie dafür auch nicht.

„Das Wetter ist ätzend."

Denken Sie an das kluge Sprichwort: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung." Genießen Sie beim schlechten Wetter das Gefühl, dass Sie weitermachen, während die anderen Weicheier zu Hause sitzen. Stellen Sie sich vor, wie herrlich das Gefühl danach sein wird: frisch geduscht und innerlich glücklich. Dann wird Ihnen den Rest des Tages über das miese Wetter gar nichts mehr ausmachen.

„Ich hab das Training so oft ausfallen lassen, jetzt hat es ja doch keinen Sinn mehr."

Ganz im Gegenteil: Haben Sie erst einmal angefangen, brennt Ihr Körper um so mehr darauf weiterzumachen. Trainingsausfälle wird es immer wieder geben, aber leiden weder Ihre Muskeln noch Ihre Motivation.

„Mein Gewicht ändert sich überhaupt nicht."

Fitness und Gesundheit sind nicht immer mit Abnehmen verbunden. Oft wird erst einmal Muskelsubstanz aufgebaut, der Fettverbrennungsprozess kann erst danach so richtig losgehen. Also: Geduld haben und dranbleiben!

„Die Leute lästern, ich hätte einen Fitness-Tick."

Na und? Meist sind dumme Bemerkungen nur Neid. Außerdem ist Fitness ein Mega-Trend. Eines Tages werden die Spötter von damals von ihrem Hausarzt zu genau den Aktivitäten verdonnert, die Sie jetzt fröhlich und aus eigenem Antrieb praktizieren.


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