Zivilisationskrankheiten
DE | EN

Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten

Krank durch die Nahrung – die Zivilisationskrankheiten


Der Gastroenterologe Walter L. Voegtlin publizierte 1975 Thesen zur genetischen Anpassung an die Nahrung. Allerdings behauptete er, der Mensch sei ein Fleischfresser, während auch heute noch die vorherrschende wissenschaftliche Meinung ihn auf Grund seiner körperlichen Merkmale als Allesfresser ansieht. Warum sich gerade amerikanische Wissenschaftler mit der Steinzeit auseinandersetzen, entzieht sich meiner Kenntnis, Fakt ist aber, dass sich auf dem gesamten amerikanischen Kontinent kein einziger Mammut-Fundort befindet. Die Steinzeit begann vor etwa 2,6 Millionen. Ihren Namen hat sie, weil die menschlichen Vorfahren begannen, mit Werkzeugen aus Stein zu arbeiten. Der Neandertaler wird vor etwa 130.000 Jahren nachgewiesen. Die ersten Besiedlungen des amerikanischen Kontinents lassen sich auf etwa 13.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung datieren.

Anfang der 1980er Jahre wurde Voegtlins These von Boyd Eaton aufgegriffen, der 1985 einen entsprechenden Aufsatz im New England Journal of Medicine und 1988 das Buch ‚Paläolithic Prescreption‘ veröffentlichte. Er machte die entsprechenden Thesen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. In den 1990er Jahren wurde Cordain in den USA zum bekanntesten Vertreter der Steinzeiternährung. Nicolai Worm publizierte das Buch ‚SYNDROM X oder ein Mammut auf den Teller – Mit Steinzeitdiät aus der Ernährungsfalle 2000‘. Worm betrachtet sich selbst jedoch ausdrücklich nicht als Erfinder der Steinzeitdiät.

Der Grundgedanke der Steinzeitdiät basiert auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Im Darwinismus setzte sich im Laufe der Evolution die Spezies genetisch durch, die am besten an ihre Umwelt und damit auch an die vorhandenen Nahrungsquellen angepasst war.

Die Grundannahme ist, dass sich das menschliche Erbgut seit der Steinzeit nicht verändert habe. Folglich sei die steinzeitliche Ernährung die einzig „artgerechte Ernährung“ des Menschen, da sich der menschliche Organismus im Laufe von Millionen Jahren an diese perfekt angepasst habe. Loren Cordain: „Lebende Organismen gedeihen am besten in dem Milieu und mit der Ernährung, an die sie evolutionär angepasst sind.“

Absolut einleuchtend ist, dass sich der menschliche Organismus in einem Zeitraum, der der Altsteinzeit entspricht - wir reden hier von fast 2,4 Mio. Jahren - eher anpassen konnte, als in allen Folgezeitaltern, die zusammengerechnet eben einmal nur rund 15.000 Jahre umfassen. So schnell ist die Evolution dann doch nicht. Die Viehzucht wurde erstmals vor rund 10.000 Jahren im Neolithikum eingeführt, der Ackerbau vor etwa 12.000 Jahren. Milchprodukte und Getreideprodukte sind bezogen auf die gesamte Menschheitsgeschichte daher relativ neue Nahrungsmittel. 100.000 Menschheitsgenerationen waren Jäger und Sammler, 500 Generationen lebten von der Landwirtschaft. Nur zehn Generationen haben seit dem Beginn des Industriezeitalters gelebt. Anders ausgedrückt, unsere heutige Ernährung entspricht nicht den biochemischen und molekularen Bedürfnissen des Homo sapiens.

Nach Erkenntnissen der Paläopathologie führte die so genannte Neolithische Revolution – also das Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht - zu einer erhöhten Säuglingssterblichkeit, einer Zunahme von Infektionskrankheiten, einer deutlich niedrigeren Lebenserwartung und einer verringerten Körpergröße. Auch Knochen- und Zahnschäden nahmen zu. Paradoxerweise führte also eine ausreichende Nahrungsmittelproduktion zu Mangelerscheinungen; und die 'landwirtschaftliche Revolution' im Neolithikum zu einem Rückschritt in Sachen Gesundheit.

Aus dem Darwinismus abgeleitete Thesen zur menschlichen Ernährung und zur Gesundheit wurde von Vertretern der Ernährungslehre wie Loren Cordain der Begriff Evolutionsmedizin geprägt. Einige Vertreter dieser Evolutionsmedizin gehen davon aus, dass die so genannten Zivilisationskrankheiten in westlichen Industriestaaten überwiegend auf die „nicht artgerechte“ Ernährung mit nach-steinzeitlichen Nahrungsmitteln zurückzuführen sind, vor allem Hyperinsulinismus und Insulinresistenz durch einen hohen Anteil von Kohlenhydraten in der üblichen „Zivilisationskost“. Weitere Erkrankungen des metabolischen Syndroms sind Hypertonie, Hyperlipidämie und Hyperglykämie. Erkenntnisse aus der Paläopathologie sollen belegen, dass die altsteinzeitlichen Vorfahren größer und gesünder waren als die Menschen der folgenden Epochen. Knochenfunde erlauben jedoch nur bedingte Rückschlüsse auf den Zustand der nicht mehr erhaltenen inneren Organe und der Blutwerte. Die medizinischen Aussagen stützen sich daher auf Studienergebnisse zu Völkern, die heute noch als Nomaden oder Jäger und Sammler leben. Diese ließen den Schluss zu, dass sie auch im Alter nicht an typischen Zivilisationskrankheiten litten. Allerdings ist die Lebenserwartung dieser Ethnien deutlich niedriger als in Industriestaaten. Da jedoch bei der Lebenserwartung die hohe Säuglingssterblichkeit miteinfließt, lässt dies nur bedingt Rückschlüsse zu.

 

Mit Hilfe der Steinzeiternährung soll nicht nur das metabolische Syndrom verhindert werden, sondern auch das Risiko für Krebserkrankungen und Allergien soll signifikant sinken, die Leistungsfähigkeit soll steigen. Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Langzeitstudien zu dieser Ernährungsform, die diese Erwartungen bestätigten könnten.

Die Ernährungsempfehlungen von Eaton sind nicht völlig identisch mit denen von Cordain. Eaton bezieht sich auf die Erkenntnisse der Paläoanthropologie zur Ernährung der Steinzeitmenschen und geht von einer überwiegend pflanzlichen und ballaststoffreichen Nahrung aus; Fleischkonsum spielt keine entscheidende Rolle. Die optimale Nährstoff-Relation laut Eaton: 33 Prozent Proteine, 46 Prozent Kohlenhydrate und 21 Prozent Fett 65 Prozent der aufgenommenen Energie stammten aus Obst und Gemüse. Cordain/Worm beziehen sich dagegen auf heutige indigene Völker und favorisieren täglichen Fleischverzehr. Daten des Ethnologie Atlas von 1999 zu 181 Ethnien zeigten, dass 65 Prozent der Nahrung tierischen Ursprungs sei gegenüber 35 Prozent Pflanzenkost. Es handelt sich dabei um statistische Mittelwerte.

Der Fettgehalt der Ernährung sollte bei Steinzeiternährung beachtet werden. Eine Ernährung nur mit magerem Fleisch (das typischerweise im Handel erhältlich ist) entspricht vermutlich nicht dem Protein/Fett-Verhältnis einer steinzeitlichen Ernährung, bei der das ganze Tier gegessen wurde.

Eine Ernährung, die nur auf Fleisch und Fett basiert, ist mit Übergang in Ketose möglich, allerdings sollte der Fettkalorienanteil nicht unter 30 % sinken.

Als Ketose bezeichnet man in der Medizin einen Stoffwechselzustand, bei dem ein Anstieg der Konzentration von Ketonkörpern in Blut über die Normwerte festzustellen ist. Es kommt hierbei auch zur vermehrten Ausscheidung von Ketonen im Urin und in der Ausatemluft. Der Mundgeruch oder Körpergeruch kann in diesem Fall einen charakteristischen fruchtigen Ketongeruch aufweisen. Ursache einer Ketose ist entweder ein länger andauernder Hungerzustand, etwa beim Fasten, oder eine länger anhaltend niedrige Zufuhr von Kohlenhydraten von weniger als 50 Gramm pro Tag beim Erwachsenen. Hierbei kommt es unter Glucagoneinfluss zur Deckung des benötigten Energiebedarfs zu erhöhtem Abbau von Fettsäuren zu Ketonkörpern in der Leber als Alternative zur Bereitstellung von Traubenzucker aus dem Abbau von Kohlenhydraten.

Gibt man Test-Essern die freie Wahl, essen sie etwa gleichviel Fett wie Muskelmasse. Das ist in Gegenden und Zeiten, in denen unsere Evolution stattfand, nicht ganzjährig möglich. Als Gegenargument wird jedoch genannt, dass Wildtiere in gemäßigten Breiten außerhalb der Arktis nur wenig Fett aufweisen (typisch: 4 % des Gesamtkörpers). Siehe dazu Beef Jerky (nur 2 bis 7 % Fettanteil) und Pemmikan (50 % Fettanteil) als zwei traditionelle Lebensmittel der Indianer des mittleren Westens.

Ein Phänomen, das auftritt wenn der Großteil der Energie über Proteine zugeführt wird, nennt sich Rabbit Starvation (Kaninchen-Auszehrung). Das ist eine Art von Hungersnot, die bei Inuit auftritt, wenn nur Kaninchen, aber keine fettreichen Meerestiere zur Verfügung stehen. Der hohe Stickstoffanteil des Proteins sowie eine hohe Salzzufuhr können die Nieren überfordern, was innerhalb von 3 Wochen zu ernsten Gesundheitsstörungen oder sogar zum Tode führen soll. Vor allem bei vorgeschädigten Nieren gilt es, dies zu beachten.

Studien

Die Wirkung der Steinzeiternährung wurde bislang wenig erforscht. Erste Studien zeigten als Folge der Steinzeiternährung verbesserte Blutzuckerwerte und ein vermindertes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn  Sie also nicht 8 Jahre abwarten wollen,  Ihnen aber meine Ausführungen plausibel erscheinen, machen Sie es wie ich, entscheiden Sie sich für diese Ernährungsform und schauen Sie nach ein paar Monaten mal wieder bei Ihrem Hausarzt vorbei. Der kann Ihnen dann bestens erklären, wie sich Ihre Blutwerte positiv verändert haben. Abgesehen davon haben Sie dann eine eigene Erfahrung und Wissen, um wie viel fitter, weniger krankheitsanfällig und energiegeladener und belastbarer Sie sich fühlen.

Risiken der modernen Ernährung

 

 

Es gibt keinen Zweifel: Wir leben in einer technologisch fortgeschrittenen Gesellschaft. Es gibt auch keinen Zweifel, dass wir eben diese Technologie dazu verwenden, um die moderne Ernährung zu entwickeln. Die moderne Ernährung kann man als äußerst bequem und komfortabel bezeichnen.

Tiefkühlkost von Gemüse über Pizza kommt einfach in die Mikrowelle. Obst und Gemüse kommt aus der Dose. Erhitzen, servieren, fertig – alles in Rekordzeit. Selbst unser industriell behandeltes Fleisch kommt teils bereits vorgekocht eben ein paar Minuten in die Pfanne, schwimmt in Trans-Fetten und gleich haben wir eine fertige Mahlzeit. „Na Mahlzeit“ möchte man sagen.

Gekonnt ignorieren wir die Zusatzstoffe, Aromen und Farbstoffe - von denen die meisten künstlich sind – zugunsten dieser bequem zu erstellenden Mahlzeiten, aber was ist der Preis, den wir für diese Bequemlichkeit bezahlen?

Viele Ernährungswissenschaftler sagen heute, wir bezahlen dafür mit unserer Gesundheit. Glauben Sie, das wäre übertrieben, denken Sie, man will uns nur zu anderen Lebensmitteln überreden? Oder sind es vielleicht sozusagen Propheten, die uns mahnen, die gesamten Essgewohnheiten in Frage zu stellen und komplett umzudenken?

Es ist leicht, diese düsteren Warnungen nur als Rufer in der Wüste abzutun. Ich denke Fakt ist, dass jeden Tag mehr ernährungswissenschaftliche Ergebnisse ans Tageslicht kommen – also nicht unveröffentlicht in irgendwelchen Schubladen verschwinden – dass sie unsere Aufmerksamkeit verdient haben.

Daher werde ich nun einige der möglichen Gefahren ansprechen, entstanden aus unserer Abhängigkeit von verarbeiteten und abgepackten Lebensmitteln. Jeder ist sich der wachsenden Fettleibigkeit und Diabetes bewusst. Davon sind nicht nur die Vereinigten Staaten und viele Länder der westlichen Welt betroffen, auch in den Schwellenländern ist der Trend eindeutig nachgewiesen.

Aber was weniger bekannt ist, sind die seriösen Forschungsergebnisse über Zusatzstoffe, die wir jeden Tag als Teil unserer Ernährung zu uns nehmen.

 

Aspartam

Eines dieser Additive ist Aspartam. Denken Sie zweimal nach, ehe Sie Speisen und Getränke konsumieren, die diesen künstlichen Süßstoff enthalten. Sie sind nicht vertraut mit Aspartam? Vielleicht sind Sie vertrauter damit unter den Markennamen Nutra-Sweet, Equal, Spoonfull, Canderel, Sanecta oder E951. Sie finden es in nahezu jedem kalorienarmen Erfrischungsgetränk. Vielleicht trinken Sie ja gerade jetzt eine leckere Diät-Cola. Ach, Sie meinen Sie sind gefeit, weil Sie keinerlei Diätgetränke trinken? Aspartam ist in mehr als 5000 Nahrungsmittelprodukten enthalten und in mehr als 60 Staaten zugelassen.

Irgendwo im Tagesverlauf treffen Sie auf diesen potenziell gefährlichen Zusatzstoff, selbst wenn Sie nicht gezielt auf kalorienarme Lebensmittel achten. Und wenn Sie zuckerfreie Lebensmittel wählen, sind die Chancen noch größer, dass Sie unwissentlich Aspartam verbrauchen. Also, was macht Aspartam so gefährlich? Mehr als die Hälfte von Aspartam ist eine Substanz namens Phenylalanin. Nie davon gehört? Das überrascht mich keineswegs. Aber in diesem Fall kann Unwissenheit sie empfindlich treffen.

Verfechter in der Industrie sagen, dieses Süßungsmittel sei völlig harmlos, es handle sich bei Phenylalanin um nichts anderes, als eine natürlich vorkommende Aminosäure. Es ist sicher, sagen sie. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Es ist wahr, dass es natürlich vorkommt - aber es ist nicht dazu gedacht, in den Mengen, die wir konsumieren, aufgenommen zu werden.

Ihr Organismus kann folgende Symptome aufzeigen, die auf eine Aspartam-Überlastung zurückgeführt werden können:

 

• Unerklärliche Kopfschmerzen

• Übelkeit

• Hörverlust

• Vertigo (Schwindelgefühl)

• verwaschene Sprache

• Depression

• Angst-Attacken

• Müdigkeit

• Gelenkschmerzen

• Unregelmäßigkeiten bei der Menstruation

• Schmerzen in der Brust

• Arrhythmie

• Gesteigerter Appetit

Gesteigerter Appetit? Das ist die eigentliche Ironie, denn wer auf Diätlebensmittel oder zuckerfrei Nahrungsmittel zurückgreift, tut das hauptsächlich aus einem Grund, nämlich um Gewicht zu verlieren. Daher empfehle ich Ihnen – übrigens ganz im Sinne der Paläo-Diät – achten Sie beim Einkauf auf diesen Inhaltsstoff und greifen Sie lieber mehrmals am Tag nach einem Stück frischem Obst. Wer dazu ein guter Wassertrinker ist, schwemmt Aspartam nach und nach aus dem Organismus hinaus.

 

Zucker

Zucker ist ein Kohlenhydrat, das im Körper sehr schnell verdaut wird und den Blutzuckerspiegel entsprechend schnell und stark ansteigen lässt. Das führt zu einer ebenso heftigen Erhöhung des Insulinspiegels.

Insulin ist ein Hormon, ein sogenanntes Speicherhormon. Es sorgt dafür, dass Energie, in diesem Fall Blutzucker, gespeichert wird und gleichzeitig dafür, dass keine bereits gespeicherte Energie freigesetzt wird.

Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel ist die Ursache vieler Krankheiten, angefangen mit Hyperinsulinismus, Insulinresistenz und Diabetes über Bluthochdruck bis hin zu Herzkrankheiten, Demenz und Alzheimer.

Wer also große Mengen schnell verfügbarer Kohlenhydrate wie Zucker oder auch weißes Mehl zu sich nimmt, der sorgt einerseits dafür, dass sein Körper weiter Energie (auch in Form von Körperfett) speichert statt die Fettspeicher abzubauen. Zugleich steigt die Anfälligkeit für die zahlreichen, sogenannten Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Diabetes usw.

Daher sollten Sie auf Zucker gänzlich verzichten. Dazu gehören auch jegliche süßen Getränke wie Fruchtsäfte, Eistees, Vitamindrinks, Softdrinks, gesüßter Kaffee und Tee. Und natürlich sollten Sie auch jegliche Süßigkeiten meiden.

Getreideprodukte

Der Mythos vom “gesunden, vollen Korn” könnte fataler nicht sein. Getreide ist sehr reich an Kohlenhydraten (teilweise bis zu 80%) und es ist daher geeignet, starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels hervorzurufen.

Darüber hinaus enthält Getreide sogenannte Anti-Nährstoffe: Gluten, Lektine und Phytinsäure. Hierbei handelt es sich um Stoffe, die die Fähigkeit haben, sich an die Darmwände besonders des Dünndarms zu binden und diese zu beschädigen. Dadurch wird auch die Absorptionsfähigkeit für andere Nährstoffe beeinträchtigt, die dem Körper dadurch nicht mehr zur Verfügung stehen. Sie treten über diesen Weg auch in den Blutkreislauf und in weiter entfernte Organe ein.

Auf diese Weise entstehen unter anderem einige Autoimmunkrankheiten (diverse Allergien und z.B. auch Multiple Sklerose, s.a. Dr. Loren Cordain). Der Darm kann, einfach ausgedrückt, “undicht” werden, das sogenannte “Leaky-Gut-Syndrome” entsteht (zu Deutsch Sickerdarm-Syndrom). Die Lektine, die nun durch den gesamten Körper strömen, heften sich an weitere Organe und der Körper wehrt sich entsprechend dagegen. Er greift die Lektine an – und mit ihnen auch gesundes Gewebe und Organe. Ein Autoimmunproblem entsteht und äußert sich in Beschwerden wie Arthritis, Morbus Crohn, Fibromyalgie, Reizmagen oder auch Schilddrüsenproblemen. Unter den betroffenen Organen befindet sich auch die Bauchspeicheldrüse, die teilweise so stark zu leiden hat, dass sie ausfällt, was zu Diabetes Typ-1 führen kann.

Verbreitet sind einige dieser Beschwerden unter den Menschen, die unter der sogenannten Zöliakie leiden, oder auch Gluten-Unverträglichkeit. Tatsächlich tritt diese Problematik jedoch bei den meisten Menschen auch ohne dieses diagnostizierte Krankheitsbild auf. Es sind also viel mehr Menschen betroffen, nur äußern sich die Symptome unterschiedlich stark.

Getreide wird von den Menschen erst seit Beginn der Landwirtschaft vor ca. 10.000 Jahren in größeren Mengen verzehrt. Verglichen mit der menschlichen Evolution, die sich über viele hunderttausend Jahre hinzog, reichte dieser verhältnismäßig kurze Zeitraum nicht aus, um den menschlichen Organismus optimal für den Verzehr von Getreide anzupassen. Nicht jeder Mensch leidet gleich stark unter der Anti-Nährstoff-Belastung, was derzeit auf die Epigenetik zurückgeführt wird. Mais und Reis sind ebenfalls Getreide mit hohem Kohlenhydratgehalt, jedoch enthalten sie nur wenige Anti-Nährstoffe und sind damit in geringen Maßen weniger bedenklich.

Es ist daher ratsam möglichst vollständig auf Getreide und Getreideprodukte zu verzichten.

Pflanzenfett

Pflanzenfette und Margarinen enthalten in der Regel große Mengen mehrfach ungesättigter Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren und oft auch Transfettsäuren (“gehärtetes Fett”). Durch die weite Verbreitung von Pflanzenölen und Margarine in der heutigen Ernährung des Menschen liegt ein starker Überschuss an Omega-6- und Transfettsäuren vor. Transfettsäuren verursachen im Körper Entzündungen, erhöhen das Risiko von Herzerkrankungen und fördern die Speicherung von Körperfett.

Diese pflanzlichen Fette sind also sehr ungesund und haben weitreichende, negative Folgen für die Gesundheit.

Indem Sie kein Pflanzenfett mehr verwenden und stattdessen gesättigte, tierische Fette wie Schweineschmalz oder Butter verwenden, können Sie ihre Aufnahme von Transfett- und Omega-6-Fettsäuren senken. Einzige Ausnahme: Kokosfett. Es ist das einzige erhältliche pflanzliche Fett, das gesättigte Fettsäuren enthält und daher ebenfalls sehr empfehlenswert. Geringe Mengen Olivenöl, das vornehmlich aus einfach ungesättigten Fettsäuren besteht, sind ebenfalls unproblematisch.

Verzichten Sie daher immer auf Pflanzenfett und Margarine und beschränken Sie sich auf tierische Fette wie Butter oder Schmalz. Kokosöl und Olivenöl bilden bezüglich der Pflanzenfette Ausnahmen, da sie vornehmlich aus gesättigten bzw. einfach ungesättigten Fettsäuren bestehen, diese sind eher unproblematisch.

Obst

Obst enthält durchaus viele Vitamine. Dies ist jedoch kein Grund, seine gesamte Ernährung auf Obst umzustellen. Denn Obst enthält ebenfalls Zucker, unter anderem in Form von Fruktose. Zwar wird durch die im unbehandelten Obst enthaltenen Fasern die Aufnahme des Zuckers in das Blut verlangsamt, dennoch sind die Zuckermengen in den heute erhältlichen, sehr hochgezüchteten Obstsorten sehr groß. Ein halber Apfel entspricht dabei bereits etwa einem gehäuften Teelöffel Zucker.

Historisch betrachtet stand Obst dem Menschen stets nur im Sommer und Herbst und dann auch nur in wesentlich geringeren Mengen als heute zur Verfügung. Heute hingegen hat der Mensch in den westlich geprägten Industrienationen das ganze Jahr über Zugriff auf fast alle Obstsorten. Dadurch steigt auch die Menge des verzehrten Zuckers.

Es ist daher wichtig, ein Auge auf den Obstverzehr zu haben. Obst ist gesund und lecker, kann im Übermaß jedoch zu viel Zucker und besonders Fructose in den Körper bringen. Konzentrieren Sie sich eher auf Beeren wie Heidelbeeren oder Erdbeeren, diese enthalten weniger Zucker.

Omega3 : Omega6

Durch die weite Verbreitung von Pflanzenölen und Margarine in der heutigen Ernährung des Menschen liegt ein starkes Ungleichgewicht zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren vor. Dies ist sehr ungesund und hat weitreichende, negative Folgen für die Gesundheit. Dadurch, dass viel weniger Omega-3-Fettsäuren aus zum Beispiel Fisch verzehrt werden kommt es zu einer größeren Anfälligkeit für Entzündungen und Insulinresistenz. Indem Sie kein Pflanzenfett mehr verwenden und stattdessen gesättigte, tierische Fette wie Schweineschmalz oder Butter verwenden, können Sie ihre Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren senken.

Indem Sie mehr Fisch essen, nur Rindfleisch aus Weidehaltung und biologisch hochwertig erzeugte Tierprodukte, können Sie ihre Omega-3-Fettzufuhr erhöhen. Zusätzlich macht es Sinn, hochwertige Fischölpräparate einzunehmen.

Verarbeitete Lebensmittel

Stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Fast Food oder Tütensuppen enthalten fast immer mehr oder weniger versteckt viel Zucker, pflanzliche Fette und künstliche Zusatzstoffe wie Glutamat, Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und Aromen. Diese Stoffe sind größtenteils gesundheitlich bedenklich. Zwar werden die gesetzlichen Vorgaben in der Regel eingehalten, doch ist über die Langzeitwirkung dieser oft noch jungen Stoffe nichts bekannt. Es ist nachgewiesen, dass Glutamat appetitfördernd wirkt und zu überhöhter Nahrungsaufnahme führt. Darüber hinaus steht es unter anderem im Verdacht in Verbindung mit einigen Süßstoffen zu degenerativen Krankheiten zu führen.

Verzichten Sie auf stark verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte und Fast Food und sie entfernen viele künstliche Giftstoffe aus ihrer Ernährung.

Milch

Ähnlich wie Getreide wird auch Milch anderer Tiere von den Menschen erst seit relativ kurzer Zeit verzehrt, nämlich seit höchstens rund 10.000 Jahren. Milch von Kühen enthält verschiedenste Stoffe, für deren Verdauung der menschliche Organismus bis heute nicht optimal ausgelegt ist. Am bekanntesten ist die Laktose-Unverträglichkeit, die besonders außerhalb Europas recht verbreitet ist. Unter den weiteren Stoffen in der Milch befinden sich tierische Hormone (ganz unabhängig von der Ernährung und Behandlung der Tiere), die den Anbau von Körperfett begünstigen. Werden die Tiere mit Getreide gefüttert (was in der konventionellen Tierhaltung üblich ist), gelangen unter Umständen auch Lektine in die Milch.

In der Paläo-Diät ist der Verzicht auf Milch der wohl umstrittenste Punkt. Während viele Menschen Milch ganz ohne Nebenwirkungen vertragen, kann der Verzicht darauf oft Problemen wie Akne, Übergewicht, Magen-Darm-Problemen und viele Allergien und Autoimmunerkrankungen beseitigen.

Wenn Sie gesundheitliche Probleme haben oder Schwierigkeiten mit dem Abnehmen, ist es gut möglich, dass der Verzicht auf Milch und Milchprodukte ihnen bei der Lösung sehr helfen wird!

Folgen falscher Ernährung

Wenn man meint, dass man im späteren Leben keine Probleme mit einer unzureichenden Nahrung hat, so denkt man völlig falsch, was auch wissenschaftlich bewiesen ist. Denn nach der Regel von englischen Wissenschaftlern Campbell und Cleve aufgestellten „Regel der 20 Jahre“ dauert es vielmehr im Durchschnitt ca. 20 Jahre bis sich schwerwiegende Ernährungsfehler gesundheitlich auswirken. Die Organe und die Drüsen des Menschen offensichtlich stark belastbar und nehmen Ernährungsfehler längere Zeit widerspruchslos hin. Früher oder später reagieren sie aber zwangsläufig mit einer Fehlfunktion und es entstehen schwere, ja lebensbedrohliche Krankheiten. Als solche ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten wären zu nennen:

  1. Gebissverfall durch überhöhten Zucker- und Süßigkeitenkonsum
  2. Erkrankungen des Bewegungs- und Bindegewebeapparates, hierzu gehören alle rheumatischen Erkrankungen, wie Bandscheiben- und Wirbelsäulenschäden; durch ungenügende Zufuhr von Mineralstoffen
  3. Stoffwechselkrankheiten durch übermäßigen Konsum von Zucker, raffinierten Kohlenhydraten (Auszugsmehl) und purinhaltigen tierischen Nahrungsmitteln
  4. Herz- und Kreislauferkrankungen durch zu hohe Kalorien- und Fettzufuhr
  5. Erkrankungen der Verdauungsorgane durch zu hohen Alkoholkonsum, Vitalstoffmangel und mangelnde Zufuhr von Ballaststoffen
  6. Hauterkrankungen: durch einseitige Ernährung ohne die notwendigen Vitamine und Spurenelemente
  7. 7.Erkrankungen des Nervensystems durch ungenügende Zufuhr von Vitalstoffen
  8. Verschieden Krebserkrankungen durch eine zu ballaststoffarme Ernährung kann Darmkrebs entstehen. Eine zu fettreiche Ernährung begünstigt die Entstehung von Nitrosaminen, welche ebenfalls als Verursacher von Krebserkrankungen gelten.


DE | EN